Medical Tribune Bericht

KOPENHAGEN – Schon länger stehen einige chemische Sonnenschutzfilter im Verdacht, endokrine Wirkungen zu entfalten. Doch kommt es überhaupt zur nennenswerten Resorption über die Haut?

Dieser Frage gingen jetzt Nadeem R. Janjua und seine dänischen Kollegen nach. 15 Männer und 17 Frauen ließen sich dafür vier Tage lang mit Sonennschutzmitteln, die Benzophenon-3 (BP-3), Octylmethoxycinnamat (OMC) und 4-Methylbenzylidencampher (4-MBC) enthielten, einschmieren. Die Konzentration entsprach etwa der empfohlenen Anwendung vergleichbarer Präparate.

Schon ein bis zwei Stunden nach der Applikation waren nennenswerte Konzentrationen aller drei Substanzen im Blut nachweisbar. Auch im Urin ließen sich bei allen Teilnehmern deutliche Spuren der UV-Filter finden, berichten die Forscher im Fachmagazin Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. (22: 456-461).

Aufgrund der Ergebnisse empfiehlt es sich, vor dem Sonnenbad noch mal genau auf die Flasche zu schauen.

Vor allem bei Kindern sollten die untersuchten Filter nicht verwendet werden, raten die Autoren, da ihre Körperoberfläche in der Relation größer ist und sie über eine schlechtere Clearance verfügen. In Dänemark wird bei Kindern unter zwölf Jahren bereits von Sonnenschutzmitteln, die 4-MBC enthalten, gänzlich abgeraten.

MTD, Ausgabe 29 / 2008 S.3, abr, Foto: BilderBox